Inkubatoren

Inkubatoren sind für Existenzgründer eine mögliche Anlaufstelle für die Anschubfinanzierung und damit die erste Starthilfe für die Umsetzung einer Geschäftsidee. Zur Verfügung gestellt werden den jungen Unternehmen neben Finanzmitteln auch Wissen, Coaching, Netzwerk sowie Arbeitsplätze und Ressourcen. In den letzten beiden Punkten unterscheidet sich der Inkubator vom Business Angel, der einem Start-up beratend zur Seite steht und keine Arbeitsplätze stellt. Häufig ziehen die Startup-Unternehmen bei einem Inkubator Programm für einen begrenzten Zeitraum in die Büroräume des Inkubators ein. Die räumliche Nähe ermöglicht schnelle Absprachen und die einfache Weitergabe von beispielsweise Marketing- und Vertriebs-Know-how. In den letzten Jahren sind zahlreiche Inkubatoren gegründet worden, die Gründer finanziell mit Venture Capital ausstatten. Was bedeutet Inkubator eigentlich und was macht dieser? Wie trete ich an Inkubatoren heran? Diese Fragen beantworten wir im Folgenden.

Inkubator Definition

Der Begriff Inkubator stammt aus der Medizintechnik und bedeutet Brutkasten. Der Brutkasten dient dem Neugeborenen für Entwicklungs- und Wachstumsprozesse in einer kontrollierten Umgebung. Das Szenario trifft auch auf die Start-up-Szene zu. Das junge Unternehmen wird in den Büroräumen des Inkubators „geboren“ und wächst in heimischer Umgebung durch die Starthilfe des Inkubators auf. Im Unternehmensbereich ist der Inkubator somit eine Geburtsstätte für die Start-up-Geschäftsideen und das junge Unternehmen wird durch Know-how, Zugriff auf die Netzwerke, Büros und interne Ressourcen zur Marktreife entwickelt. Meist handelt es sich um einen begrenzten Zeitraum. Synonym für den Inkubator werden die Begriffe Gründerzentrum, Technologiezentrum, Brutkasten, Innovationszentrum oder das englische Wort Business Incubator verwendet. Letztlich geht es immer um Einrichtungen, die auf Wachstum ausgelegte Start-up-Unternehmen mit Kapital und ihrer Infrastruktur fördern.

Was macht ein Inkubator und warum die Finanzierungsform interessant ist

Die Inkubatoren werden meist von etablierten Unternehmern gegründet. Unternehmer die selbst erfolgreich gegründet haben in der Vergangenheit. Der Inkubator unterstützt Jungunternehmen in der ersten Phase des Unternehmens. Er bietet Gründern die Möglichkeit schneller zu wachsen. Dafür stattet er das Start-up mit Finanzmitteln aus. Neben dem Geld, spielen vor allem die Bereitstellung und der Zugriff auf operative Experten eine große Rolle. In den letzten Jahren sind eine Vielzahl von Inkubatoren durch junge Venture Capital Unternehmen aus der Internetszene heraus gegründet worden. Diese Venture Capital Firmen unterstützen das Gründerteam personell. Die Experten aus unterschiedlichen Disziplinen, wie Marketing, Vertrieb, Management oder auch Programmierung versorgen die Gründer mit Wissen, Coaching und operativer Unterstützung. Das steigert die Überlebenschance der ansonsten noch unerfahrenen Unternehmen. Wir sprechen von einer bis zu 85 Prozent höheren Überlebenschance in dieser wichtigen Wachstumsphase. Der interne Wissenstransfer erweitert die Expertise des Gründerteams. Dabei übernehmen die Inkubatoren-Teams interimsweise Aufgaben der Start-ups, wie Strategie- und Produktentwicklung oder die Unterstützung bei Marketingstrategien. Eine wichtige Rolle ist die Suche nach Kooperationspartnern und weiteren Kapitalgebern für spätere Investitionsphasen. Der Inkubator ist weit umfassender tätig, als beispielsweise der beratende Business Angel. Beide Kapitalgeber agieren mit ihren Investitionen oft auf bekanntem Terrain, so dass das Gründerteam auf ein starkes Netzwerk für den Ausbau hoffen darf. Die Ziele der Inkubatoren sind einfach zu bestimmen…

    • Förderung von Unternehmensgründungen
    • Verbesserung der Wachstumschancen
    • Steigerung der Überlebenschance
    • Aufbau von Netzwerkstrukturen
    • Know-how Transfer
    • Profit erzielen

Schlussendlich möchte der Inkubator – wie jeder Investor – nach einem definierten Zeitraum Kasse machen und seinen Einsatz vervielfacht sehen.

Investitionsfokus und Investitionshöhe der Inkubatoren

Die Inkubatoren investieren bereits in einer sehr frühen Investitionsphase der Unternehmen. Das Risiko des Scheiterns einer Beteiligung ist damit sehr hoch. Allerdings auch der Gewinn, sollte das Unternehmen Erfolg haben. Vom Investitionszeitpunkt spricht man bei Inkubatoren von der Seed-Phase. In der Phase sind Business Angel investiert. Die klassischen Venture Capital Gesellschaften engagieren sich erst zu einem späteren Zeitpunkt, in der Wachstumsphase. Daher zählt nicht so sehr der Status des Unternehmens, noch die vorhandene Struktur. Wichtig ist dem Inkubator ein überzeugendes Gründungsteam sowie die dahinterstehende Geschäftsidee. Die typische Investitionssumme liegt zwischen 100.000 € und 1 Million Euro. Aufgrund des hohen Risikos, fällt die Beteiligung der Inkubatoren als Risikokapitalgeber entsprechend hoch aus. Höher als beispielsweise ein Venture Capital Geber in der späteren Wachstumsphase erhält. Durch die personelle Verstärkung und den Zugriff auf die Ressourcen sind die Erfolgschancen sehr hoch. Die Inkubatoren sammeln bei Family Offices, klassischen Venture Capital Gesellschaften und auch Konzernen Risikokapital ein, um das eigene Risiko durch Streuung zu minimieren.

Zu Unterscheiden bei den Inkubatoren ist der Accelerator oder Inkubator. Beide verfolgen dieselben Ziele, sind im Umgang mit den Start-ups jedoch grundverschieden. Der Accelerator tritt als Beschleuniger auf, der den Entwicklungsfortschritt der jungen Unternehmen in wenigen Monaten zur Marktreife pusht. Die Geschäftsideen und -Modelle werden von den Spezialisten des Acceleratorprogramms intensiv betreut. Während der Fokus bei den Inkubatoren auf dem richtigen Tempo für eine Start-up-Entwicklung liegt, forcieren Acceleratoren das schnelle Wachstum in einem zeitlich sehr begrenztem Zeitraum. Der Inkubator verfolgt das Ziel neue, kreative Ideen zu schaffen.

Prominente Inkubatoren

Inkubatoren sind oft Unternehmer, die selbst einmal Gründer waren und Ihr Unternehmen erfolgreich etabliert oder gar verkauft haben. Der prominenteste Inkubator ist – respektive war – sicher Rocket Internet, der mehrheitlich von den Samwer-Brüdern gegründet wurde. Inzwischen ist Rocket ein Company Builder. Der Unterschied liegt in der Initiative. Inkubatoren entwickeln Geschäftsideen und Geschäftsmodelle von externen Gründern zur Marktreife, Company Builder hingegen ergreifen die Initiative und gründen mit Teams Unternehmen, die intern entstanden sind. Hier kann sich ein Gründer bewerben, der den Weg in die Selbstständigkeit sucht ohne eine eigene Idee zu haben. Eine Mischung ist dabei üblich. Auch Team Europe hat die Entwicklung vom Inkubator zu einem Company Builder vollzogen. Team Europe wurde von dem SpreadShirt Gründer Lukas Gadowski initiiert. Weitere Inkubatoren sind hub:raum der Telekom, Project A, Hanse Ventures, You is now, Plug & Play oder auch M Cube, der 2012 vom CHECK24-Führungsteam ins Leben gerufen wurde.

Eine besondere Form der Inkubatoren stellt der Hochschulinkubator dar. Oft sind in diesen nur Studenten zugelassen. Die Intention ist es besonders forschungsintensive Projekte bis zur Marktreife zu treiben.

Wie Existenzgründer an die Inkubatoren herantreten sollten

Wie bei Business Angel oder Venture Capital Gebern auch, sollten Gründer sich im Vorfeld genauestens informieren. Eine erste Anlaufstelle bildet das Internet und die jeweilige Webseite der Inkubatoren. Dort werden neben den Beteiligungen auch die Investitionsschwerpunkte und Höhen beschrieben. Am Schluss muss es passen und die Ausrichtung von Inkubator und Gründer matchen. Das Geschäftsmodell profitiert idealerweise von den Kontakten und bestehendem Know-how. Eine andere Ausrichtung hilft keinem weiter. Deshalb sollte sich der interessierte Gründer auch die Teams hinter den Inkubatoren anschauen. Woher kommen die? Was haben diese bis dato gemacht? Auch die konkreten Leistungen, die zusammen mit der Finanzierung als Investment eingelegt werden, sollten das Gründerteam genauestens vergleichen. Die Portfolio-Unternehmen des Inkubators stellen eine informelle Informationsquelle dar, die abseits der Konditionen auch Stimmungen vermitteln. Neben dem reinen Return-on-Invest sollte der Return-on-Spaß nicht zu kurz kommen, bei der Arbeitsintensität einer Unternehmensgründung.

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